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Der Pflegegrad hängt von der individuellen Pflegesituation ab. Hier kommt das Begutachtungsinstrument zum tragen. Es erfolgt hier eine Orientierung an den Fragen:

Was kann die oder der pflegebedürftige im Alltag alleine leisten?

Welche Fähigkeiten sind noch vorhanden? 

Wie selbstständig ist die Person? 

Wobei benötigt die Person Hilfe?

In diesem Zusammenhang fällt der Pflegebedürftigkeitsbegriff. Hier wird die individuelle Beeinträchtigung der Selbstständigkeit ins Zentrum gestellt. Es macht keinen Unterschied mehr, ob die Beeinträchtigung körperlich, geistig oder psychisch bedingt ist. Wichtig ist der Mensch. 

 

6 Lebensbereiche in Form der Module 1 bis 6 werden geprüft, um festzustellen wie selbstständig eine Person ist.

Modul 1 
Mobilität
Hier geht es um motorische Aspekte. 
Kann die betroffene Person alleine aufstehen und vom Bett ins Badezimmer gehen?
Kann sie sich selbstständig in den eigenen Wänden bewegen?
Ist Treppensteigen möglich?
Modul 2 
Geistige und kommunikative Fähigkeiten
Hier geht es um das Verstehen Erkennen oder Entscheiden. 
Kann sich die betroffene Person zeitlich und räumlich orientieren?
Versteht sie Sachverhalte?
Erkennt sie Risiken?
Kann sie Gespräche mit anderen Menschen führen?
Modul 3  
Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Hat die betroffene Person Unruhe in der Nacht? 
Plagen sie Ängste oder Aggressionen, die für andere Personen belastend sind?
Gibt es Abwehrreaktionen bei pflegerische Maßnahmen?
Modul 4 
Selbstversorgung
Kann die betroffene Person sich selbst waschen und anziehen? 
Kann die betroffene Person selbstständig die Toilette benutzen?
Kann die betroffene Person selbstständig essen und trinken?
Modul 5 
Selbstständiger Umgang mit Krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen – sowie deren Bewältigung
Kann die begutachtete Person selbstständig Arzneimittel einnehmen? 
Kann der Blutzucker eigenständig gemessen werden?
Kann sie mit Hilfsmitteln wie z. B. Prothese oder Rollator umgehen? 
Kann sie einen Arztbesuch „alleine“ bewältigen?
Modul 6 
Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
Kann die betroffene Person den Tagesablauf selbstständig gestalten? 
Kann sie mit anderen Menschen in direkten Kontakt treten? 
Kann sie ohne Hilfe Freizeitaktivitäten wie z.B. eine Skatrunde besuchen?

Pflegegrade

Es gibt fünf Pflegegrade. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind auch die Leistungen der Pflegeversicherung. Wie oben erklärt, wird der Pflegegrad mithilfe der Module 1-6 ermittelt. Im Anschluss daran erfolgt eine Berechnung und Gewichtung der Punkte.

Pflegegrad 1 

Geringe Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. 
12,5 bis unter 27 Punkte

Pflegegrad 2 

Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit und persönlichen Fähigkeiten. 
Ab 27,5 bis unter 47,5 Punkten

Pflegegrad 3 

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und persönlichen Fähigkeiten. 
Ab 47,5 bis unter 70 Punkten

Pflegegrad 4 

Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit und persönlichen Fähigkeiten. 
Ab 70 bis unter 90 Punkten

Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigungen mit speziellen Anforderungen an die Pflegeversorgung. Beispiel hierfür sind vollständige Lähmung der Extremitäten oder bei Menschen im Wachkoma. 
Ab 90 bis 100 Punkten

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